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Von wegen Drahtesel

Eins ist klar – ich h a s s e Drahtesel! Nein, nicht Fahrräder – D R A H T E S E L! Ich lebe und liebe Fahrräder, beschäftige mich beruflich damit, habe vier Stück zu Hause, fahre mit dem Rad zur Arbeit, schaue mir gern die Tour de France im Fernsehen an und nerve die Familie mit dauernden Kommentaren zu Fahrrädern. Wohlgemerkt, zu Fahrrädern, nicht zu Drahteseln.

Kein Draht, nirgendwo – historisches Gazelle-Fahrrad. Foto: Häußermann

Kein Draht, nirgendwo – historisches Gazelle-Fahrrad. Foto: Häußermann

Kennen Sie Drahtesel? Ich kenne nur Fahrräder. Meine Assoziation zum Drahtesel sind solarbetriebene, aus Stahldraht gebogene (Spielzeug-)Fahrradmodelle, die gerne auf Weihnachtsmärkten oder in Schaufenstern ihr (Un-)Wesen treiben. Was meint Frau Google zum Thema Drahtesel? Es erscheinen viele Einzelhandelsgeschäfte, die Fahrräder verkaufen. Auf deren Homepages erscheinen superleichte Rennräder mit Carbonrahmen, neuerdings mit elektronischen Schaltungen – nicht drahtlos, das funktioniert nicht. Dafür sind Fahrradcomputer häufig drahtlos. Esel sucht man vergeblich. Mountainbikes haben hydraulische Bremsen und Fahrwerke, die Unebenheiten schon vor dem eigenen Hintern merken. Von Drahteseln keine Spur. Alltagsräder haben hydro-geformte Rahmenrohre, an Trekking- und Reiserädern findet sich mittlerweile viel Elektronik zur Navigation zum Laden von i-Phones und Pads und sonst was. Die haben Kabel (logisch, innen mit Draht!) zum Nabendynamo. Drahtesel, Fehlanzeige! High-tech allenthalben. Haben Drahtesel vielleicht etwas mit Pedelecs oder E-Bikes zu tun, die haben natürlich jede Menge Draht „intus“? Unwahrscheinlich, Drahtesel nerven mich schon viel länger, dafür sind E-Bikes zu neu.

Abgesehen von Fahrradgeschäften, die namentlich an Drahteseln festhalten, wo tritt diese Spezies sonst auf? Wieder hilft Google und zwar beim Blick in den – ha, wie spaßig – Blätterwald. In dem rauscht es mächtig, wenn Drahtesel durch denselben galoppieren. Toll, dass Fahrräder in den letzten Jahren in Zeitungen vor allem im Kontext von Alltagsmobilität Eingang gefunden haben. Aber muss das als Drahtesel sein? Im Blätterwald also, dem lustigen Synonym für Zeitungen, in unserem Fall solchen, die bisher eher selten mit Drahteseln, äh, Fahrrädern zu tun hatten, treibt der Drahtesel sein fröhliches Unwesen. Das merkt man daran, dass der Begriff Fahrrad, nachdem er einmal geschrieben wurde, bestimmt beim zweiten Mal durch den verdammten Drahtesel ersetzt wird. Als gäbe es kein Rennrad, Trekkingbike, Alltagsrad, Transportrad, Lastenrad, Sportgerät, Mountainbike, Verkehrsmittel, Bike, E-Bike, Pedelec, oder sonst was.

Licht, ganz ohne Strom an der Gazelle. Foto Häußermann

Licht, ganz ohne Strom an der Gazelle. Foto Häußermann

Der Drahtesel als Synonym fürs Fahrrad tut mir weh, umso mehr, als er nicht nur der Unwissenheit von Redakteuren um den technischen Stand von Fahrrädern zuzuschreiben ist – die schreiben im Zusammenhang von Autos auch nicht ständig von Rostlauben oder Blechkisten – leider ist er auch branchenintern nicht auszurotten. Wie schon erwähnt, „schimpfen“ sich etliche Fachgeschäfte so (sorry liebe Kunden), Fachpublikationen ebenso und vor Messen oder Fahrradveranstaltungen macht der Drahtesel auch nicht halt. Wie will eine Branche vermitteln, das das Fahrrad ein praktisches Verkehrsmittel ist, ein tolles Sportgerät oder „geile Spaßmaschine“? Der Drahtesel als urbane Mobilitätslösung? Geht klar. Früher hat das Grauohr Lasten getragen, heute feiert das Lastenrad in gleicher Funktion Renaissance.

Alles Blech. Foto Häußerman

Alles Blech. Foto Häußerman

Einparken mit I-Phone - das zeigte Bosch bereits beim Pressesymposium 2013. Foto: Häußermann

DVR diskutiert assistiertes Fahren

Das Thema assistiertes Fahren – bis hin zum automatisierten Fahren – gewinnt in der Öffentlichkeit zunehmend an Bedeutung. Und weil es hier auch um Verkehrssicherheit geht, beschäftigt sich auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mit diesem Thema. In einem zweitägigen Seminar referierten Fachleute aus der Fahrzeugindustrie, aber auch Sozialwissenschaftler, Juristen und Psyschologen über das Thema. Die Quintessenz: Die Industrie hat die Technologie schon weitgehend im Griff, doch viele rechtliche Fragen – insbesondere solche zur Haftung – sind bis heute ungeklärt.

Die Präsentationen finden sich unter: http://www.dvr.de/presse/seminare/4001.htm

 

Foto: Daimler

Hymer und Daimler: Sicher reisen

Der Hymer ML-T ist das erste aufgebaute Reisemobil, das auch bei starkem Seitenwind in der Spur bleibt, denn der Teilintegrierte auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter ist serienmäßig mit einem Seitenwindassistenten ausgestattet. Premiere feierte das sicherheitsfördernde Assistenzsystem bei der Vorstellung des neuen Sprinter und war bisher ausschließlich für Kastenwagen und Kombis mit dem Stern zu haben. Nun hat Mercedes dieses System in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partnerunternehmen Hymer auf ein Reisemobil appliziert.

Kaum sichtbare Reaktion trotz heftigen Seitenwinds. Foto: Daimler

Kaum sichtbare Reaktion trotz heftigen Seitenwinds. Foto: Daimler

Aufgrund ihrer hoch aufragenden und langen Seitenwände reagieren Reisemobile mit großen Wohnaufbauten konzeptbedingt sensibel auf Seitenwind, zumal die Fahrzeuge immer leichter werden, um das für den Pkw-Führerschein güötige gewichtslimit von 3,5 Tonnen nicht zu überschreiten. Auf diese Bedingungen hat Mercedes-Benz das Assitenzsystem nun angepasst und wird es künftig auch anderen Reisemobilaufbauern zur Verfügung stellen können. Das System verarbeitet Informationen diverser im Fahrzeug verbauter Sensoren, arbeitet Hand in Hand mit dem Stabilitätssystem ESP und bremst einzelne Räder so ab, dass das Fahrzeug in der Spur bleibt. Konkret funktioniert das so: kommt eine Böe von rechts und die Sensoren registrieren diesen Impuls, werden die beiden rechten Räder abgebremst und bilden so ein Gegenmoment zum Winddruck. Das System wird ab einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h automatisch aktiv.

Gelbe Warnleuchten signalisieren den Einsatz des Assistenten. Foto: Daimler

Gelbe Warnleuchten signalisieren den Einsatz des Assistenten. Foto: Daimler

Wie gut diese funktioniert, konnte ich auf der Daimler-Versuchsstrecke mit dem Hymer ML-T im Wortsinne selbst erfahren. Mit knapp 100 km/h fuhren wir in eine von riesigen Turbinen erzeugte Seitenwindzone, vergleichbar mit einer Windböe auf einer Brücke. Als wir den Impuls des Windes registrieren, hat das System schon ganze Arbeit geleistet und das Fahrzeug nach minimaler Abweichung wieder in die Spur geholt – und spürbar abgebremst. Das war so überzeugend, dass ich mich beim zweit Durchgang sogar traute, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das sollte man bei Fahrzeugen ohne ein solches Assistenzsystem tunlichst bleiben lassen, sonst kracht’s. Eine Vergleichsfahrt mit einem Mercedes-Wohnmobil aus den 80ern zeigte den Unterschied. Der Oldie versetzte in der Seitenwindzone um mehr als eine Spurbreite und konnte nur durch beherzten Lenkeinsatz wieder in die richtigen Bahn gebracht werden.

Am Steuer des Mercedes-Oldies ist heftiger Lenkeinsatz gefragt. Foto: Daimler

Am Steuer des Mercedes-Oldies ist heftiger Lenkeinsatz gefragt. Foto: Daimler

Neben dem serienmäßigen Seitenwindassistentent bietet Hymer gegen einen Aufpreis von rund 1500 Euro weitere Sicherheits-Assistenten an. Der Spurhalteassistent, dessen „Auge“ eine Stereo-Kamera in der Windschutzscheibe sind, warnt, wenn das Fahrzeug „abdriftet“, also  droht die Fahrspur zu verlassen, ohne dass der Fahrer geblinkt oder signifikant gelenkt hat. Dann ertönt im Cockpit einwarnender Piepton.

Beim bewussten Spurwechsel hilft der Totwinkelassistent, den viele Autofahrer bereits vom Pkw kennen. Er tritt ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h seine Arbeit an. Erkennen Nah-Radarsensoren ein Fahrzeug im toten Winkel, leuchtet eine rote Warnleuchte auf, kündigt der Fahrer durch Blinken einen Spurwechsel an, wird er zusätzlich durch das blinkende rote Warnleuchte und einen Peipton gewarnt.

Der Collision Prevention Assist warnt nur vor zu dichtem Auffahren, bremst aber nicht selbst. Foto: Daimler

Der Collision Prevention Assist warnt nur vor zu dichtem Auffahren, bremst aber nicht selbst. Foto: Daimler

Das System Collision-Prevention-Assist warnt den Fahrer, wenn er zu dicht auffährt und ein Auffahrunfall droht. Das radargestützte System warnt erst durch eine Warnleucht, dann durch einen eindringlichen Warnton. Dann allerdings muss der Fahrer selbst handeln, sonst kracht es. Doch wenn er dann die Bremse tritt, egal mit welchem Druck, steht im System sofort der volle Bremsdruck zur Verfügung. Der adaptive Bremsassisten PRO steert den notwendigen Bremsdruck ins Hydrauliksystem und regelt bei veränderten Situationen nach. Eine autonome Notbremsung wie sie etwa die neue S-Klasse kann, gibt es hier nicht. Noch nicht, sagen wir – denn technisch sind sie möglich.

 

Elchtest mit Hymer, dank ESP kein Problem. Foto: Daimler

Elchtest mit Hymer, dank ESP kein Problem. Foto: Daimler

MTB-Rennen bei Temperaturen von minus 20 Grad und kälter waren bei der Fulda-Challenge im kanadischen Yukon ein fester Programmpunkt. In der verfolgerrolle: Ex-Fußballnationalspieler Fredi Bobic.

Gib Gummi: Biken im Winter

Das Fahrrad im Winter stehen lassen? Geht gar nicht! Dazu ist das Bike im Alltag zu praktisch und bringt in der Freizeit zu viel Spaß. Wir geben Gummi – und stellen einige Reifenvarianten vor, die wir im Winter schon ausprobiert und für gut befunden haben.

Fatbikes machen Spaß im Schnee, meine erste Erfahrung mit den fetten Schlappen sammelte ich auf einem Surly Pugsly.

Fatbikes machen Spaß im Schnee, meine erste Erfahrung mit den fetten Schlappen sammelte ich auf einem Surly Pugsly.

Wenn es kalt und nass wird, fehlt es Fahrrad-„Sommerreifen“  meist am nötigen Grip. Den bringt oft schon eine weichere Gummimischung in Kombination mit Lamellen in den Profilblöcken, der beim Kurvenfahren und Bremsen ein gehöriges Sicherheitsplus bietet. Ein auf diese Verhältnisse abgestimmter Reifen ist der Continental Top Contact Winter. „Diesen Reifen wählen viele meiner Kunden, die mit ihren Fahrrad täglich zur Arbeit fahren“, sagt Uwe Maier, der Fahrradhändler unseres Vertrauens. Kein Wunder, ist der Conti doch in vielen gängigen Größen verfügbar und in der Premium-Version auch für elektrounterstützte Fahrräder geeignet. Wir haben diesen inzwischen auf ein riese und müller Delite hybrid montiert. Wie auf dem Foto zu sehen, sind wir noch nicht viel damit gefahren, noch nicht mal die Produktionshärchen sind  rasiert. Und Schnee hat er auch noch nicht gesehen. Aber nasse und kalte Straßen. Und da hat sich der Conti bestens bewährt. allerdings bemerkt die Gattin, die das Delite häufig bewegt, dass der Rollwiderstand spürbar höher ist als beim serienmäßigen Schwalbe Marathon.

Eine weiche Gummimischung und feine Lamellen machen den Conti wintertauglich.

Eine weiche Gummimischung und feine Lamellen machen den Conti wintertauglich.

Noch eine Schippe drauf packt Peter Horsch, Produktmanager bei  riese und müller in Weiterstadt, der das Fahrrad auch für den Arbeitsweg nutzt: „Sobald Schnee und Eis auf den Straßen drohen, montiere ich Spike-Reifen.“ Er schwört wie ich auf den Marathon Winter von Schwalbe, der sich mit hohem Luftdruck auch auf trockener Straße gut fahren lässt. Wenn dann der Schnee fällt, wird der Reifendruck abgesenkt, um so die Aufstandsfläche und damit auch den Grip zu erhöhen. Auf S-Pedelecs, also Fahrräder, deren Elektromotor bis 45 km/h unterstützen, dürfen diese Reifen allerdings nicht legal montiert werden. S-Pedelecs sind Kraftfahrzeuge und für diese sind Spikes laut StVO verboten. Aber sich bei Glatteis auf die Nase zu legen ist ein größeres Risiko als ein Knöllchen wegen einer Ordnungswidrigkeit.

240 Spikes sorgen im Schwalbe Winter mit 26 Zoll Durchmesser für Eisgrip.

240 Spikes sorgen im Schwalbe Winter mit 26 Zoll Durchmesser für Eisgrip.

Weil meine Jungs und ich im Winter gerne auf nicht geräumten Feld- und Wirtschaftswegen fahren, montieren wir auf  Mountainbikes grob profilierten Off-Road-Reifen, dessen Schneeperformance ebenfalls mit niedrigerem Luftdruck steigt. Wir stehen auf den Nobby Nic von Schwalbe, wobei hier auch andere Mütter schöne Töchter haben.

Der grob profilierte Schwalbe Nobby Nick ist für uns nicht nur im Winter eine gute Wahl.

Der grob profilierte Schwalbe Nobby Nic ist für uns nicht nur im Winter eine gute Wahl.

Das coolste Fortbewegungsmittel bei Schnee ist für mich zweifellos das Fatbike. Schon vor zwei Jahren habe ich mit einem Surly Pugsly die Wälder unsicher gemacht – und einen Riesenspaß dabei. Mit Reifenbreiten zwischen 100 und 120 Millimeter und einem Reifendruck unter einem bar sehnst Du Neuschnee regelrecht herbei und bekommst unterwegs das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Gefahren bin ich bisher nur Surly-Reifen, zuletzt auch schlauchlos. 45NRTH bietet die dicken Dinger übrigens auch mit Spikes an und der Jumbo Jim 4.0 von Schwalbe, der bisher nur an Fahrradhersteller geliefert wurde, ist laut Schwalbe im Februar auch im Fachhandel verfügbar.

Der Fatbike-Schlappen Surly Lou ist 4,8 Zoll (120 mm) breit.

Der Fatbike-Schlappen Surly Lou ist 4,8 Zoll (120 mm) breit.

Daimler-Nutzfahrzeugchef Dr. Wolfgang Bernhard lässt sich vom Future Truck fahren.

Der Lkw von morgen fährt selbst

Die Idee vom autonomen Fahren wird Realität. Das zeigte die Daimler AG auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover mit ihrer Studie Mercedes-Benz Future Truck 2025. Der Name ist Programm: In gut zehn Jahren soll die Weiterentwicklung dieses automatisierten Lkw auf öffentlichen Straßen rollen. „Allerdings muss der Gesetzgeber noch die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen“; bemerkte Daimler-Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard, der feststellte, dass automatisertes Fahren in einzelnen US-Staaten schon erlaubt sei. Dass es auch schon funktioniert, zeigte Daimler bereits – zum einen bei realitätsnahen Tests mit getarnten Actros auf der damals noch nicht für den öffentlichen Verkehr freigegebenen A14 bei Magdeburg und ganz aktuell mit der neuen Studie Future Truck im neuen, eleganten Blechkleid am Vorabend der IAA Nutzfahrzeuge auf dem Gelände des Hannoveraner Flughafens.

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Bosch bremst Biker – aber sicher!

Mit einer regelrechten Entwicklungsoffensive will Bosch das Motorradfahren sicherer machen. Im Zentrum der fahrdynamischen Unterstützung stehen das neue Antiblockiersystem ABS 9, das elektronisch gesteuerte integrale Bremssystem sowie eine neue Generation von Sensoren, die weitere sicherheits- und Komfortfunktionen ermöglichen.

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Auch auf drei Rädern geht es schräg um die Kurve.

Drei für zwei – Piaggio MP3

Der MP3 400 LT von Piaggio ist kein Roller wie jeder andere. Er hat drei Räder. Und ist damit nach deutschem Recht ein „Mehrspurfahrzeug“, das mit dem Pkw-Führerschein Klasse B gefahren werden darf – mit 400 Kubik, 33 PS und flotten 140 km/h Spitze. Das lässt auch Spötter schnell verstummen, denen schon mal so hässliche Worte wie „Krankenfahrstuhl“ oder „Kinderroller“ über die Lippen kommen.

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